Aufklärung gegen Tabak e.V. – Pressemitteilung
info@gegentabak.de l Jetzt Spenden!

Studie zeigt: Folgen des Rauchens werden unterschätzt (Pressemitteilung)

Gießen/Frankfurt, 25. Februar 2014: Vor zwei Jahren gründete Titus Brinker die Initiative „Aufklärung gegen Tabak“ und besucht heute gemeinsam mit rund 500 Medizinstudierenden in Deutschland ehrenamtlich Schüler. Jetzt führte der Gießener Medizinstudent gemeinsam mit dem mafo Institut und der Frankfurter Agentur make relations eine repräsentative Befragung zum Thema Rauchen durch, um zu ermitteln, wie gut die erwachsenen Bürger informiert sind. Die Ergebnisse der von ihm in Auftrag gegeben Studie von rund 235 repräsentativ befragten Erwachsenen (65 Raucher, 170 Nichtraucher; 55% Frauen, 45% Männer) liegen jetzt vor und zeigen: Die Folgen des Rauchens werden in Deutschland unterschätzt. Unter 20% der Befragten wussten, dass das Rauchen in Deutschland mehr Opfer fordert als Alkohol, der Straßenverkehr, Morde, Selbstmorde, illegale Drogen und Aids zusammen. 6,4% der Befragten wussten, dass etwa 400 Bürger pro Tag an tabakbedingten Erkrankungen sterben, über 93% schätzten die Zahl der Todesfälle deutlich geringer ein. Dass etwa 90% der 3-5 Millionen Patienten in Deutschland, die an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ersticken, Raucher sind oder waren, schätzten 7,7% der Befragten korrekt ein.

Die Mehrheit der Befragten war auch der Ansicht, dass sich das Rauchen für Deutschland aus volkswirtschaftlicher Sicht lohne. „Das ist nicht richtig“, entgegnet Brinker: „Nach aktuellen Zahlen der Universität Hamburg (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) beliefen sich die tabakbedingten Kosten in 2012 auf 35 Milliarden Euro. Dies deckt sich gemäß dem Ökonom Dr. Tobias Effertz nicht mit den steuerlichen Einnahmen.“

Gleichzeitig investiert die Tabakindustrie in Deutschland pro Jahr etwa 200 Millionen Euro in die Werbung mit der Zielgruppe 12-21 Jährige (Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum). 86% der Befragten gingen von einem deutlich niedrigeren Werbebudget aus. „Deutschland ist das einzige EU-Land, in dem Tabak noch immer auf Plakaten und im Kino beworben wird, da verwundert mich der Optimismus zu dem Thema wenig“, kommentiert der Gießener Medizinstudent die Ergebnisse der Studie, „statt mit Aufklärung, wird unsere Jugend an fast jeder Bushaltestelle mit Tabakwerbung konfrontiert“.

Die 65 repräsentativ in die Umfrage miteinbezogenen Raucher konsumierten schon seit durchschnittlich 9,2 Jahren die Zigarette und rauchten pro Tag 10-20 Zigaretten. 12,3% der befragten Raucher war bekannt, dass Zigaretten auch maßgeblich von Kindern produziert werden. Etwa 100.000 Kinder arbeiten mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von einem Cent an 211 Tagen im Jahr auf Tabakfeldern oder in der Rohverarbeitung (Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum). Bei der Ernte nähmen die Kinder das Nikotin von etwa 60 Zigaretten pro Tag über ihre Haut auf, was zu Vergiftungserscheinungen und neurologischen Schäden führe – der sog. grünen Tabakkrankheit. Unter 14,5% der Umfrageteilnehmer (20% der befragten Raucher) können sich vorstellen, dass etwa diese Menge an Nervengift pro Tag von den Kindern aufgenommen wird. „Kinder und Jugendliche werden von der Tabakindustrie also doppelt krank gemacht: Einmal direkt, durch das Zulassen dieser Arbeitsbedingungen bei der Ernte und einmal indirekt, durch die gezielte Werbeansprache dieser Altersgruppe.“, betont Medizinstudent Brinker.

Auch verkaufsfördernde Vorurteile seien weiterhin in der Gesellschaft weit verbreitet: 12% der Befragten wussten, dass Frauen durch das Rauchen zunehmen, 61% der Befragten gaben hingegen an, dass Frauen durch das Rauchen an Gewicht verlieren. „Gewichtskontrolle ist ein sehr häufiger Grund dafür, dass Frauen mit dem Rauchen anfangen. Gut wissenschaftlich untersucht ist aber, dass Frauen durch das Rauchen eher an Gewicht zunehmen, als abzunehmen.“, stellt Brinker richtig.

Hier geht es zu der originalen Auswertung durch das mafo Institut: Auswertung der Studie

Link zur veroeffentlichten Mitteilung: http://www.pressebox.de/inaktiv/make-relations-gmbh/Studie-zeigt-Folgen-des-Rauchens-werden-unterschaetzt/boxid/663330

nach oben