Rauchfrei werden: Titus Brinker stellt die Smokerstop App vor

Medizinstudent Titus Brinker zeigt den Startbildschirm seiner kostenlosen neuen Smokerstop-App

Medizinstudent Titus Brinker zeigt den Startbildschirm seiner Smokerstop-App

Smokerface und jetzt auch Smokerstop – so heissen die Smartphonewaffen der medizinstudentischen Initiative Aufklärung gegen Tabak im Kampf für rauchfreiere Schulhöfe. Beide Apps sind kostenlos und auf der Grundlage von Erkenntnissen der Präventionsforschung konzipiert worden. Smokerface ist schon seit September verfügbar und zeigt den Jugendlichen die kurzfristigen und langfristigen Folgen des Rauchens auf dem eigenen Gesicht, nachdem diese einen „Selfie“ gemacht haben – seit wenigen Tagen steht nun auch Smokerstop bereit, um Aufhörwillige zu unterstützen. Finanziert wurde die Programmierarbeit von Brinker’s Appkonzept nach Antrag des jungen Mediziners durch Drittmittel der Deutschen Herzstiftung e.V.

Warum noch eine App?

„Viele Fans der Smokerface App waren motiviert mit dem Rauchen aufzuhören und haben mich gefragt, wie sie das erfolgreich schaffen können. Wirksame Medikamente zur Entwöhnung sind in den allermeisten Fällen altersbeschränkt, zudem mit einer Kostenhürde verbunden und auch Gruppentherapie ist in Deutschland nicht flächendeckend verfügbar. Die Apps, die es schon gibt, konnte ich nicht guten Gewissens empfehlen, zudem kosten sie meist Geld“, so Titus Brinker (24).

Wie es funktioniert

Der Schüler wird durch die App individuell bei der Entwöhnung unterstützt – er gibt sein eigenes Rauchverhalten und seine eigenen Ziele ein. Auf dieser Basis bekommt er individuelle motivationale Botschaften zugesendet. „Er bekommt das, wozu Ärzte oft keine Zeit haben: Ein individuelles Follow-up.“, weiß Brinker, der an der Medizinfakultät Gießen seit einem Jahr auch als Dozent für ein Tabakentwöhnungswahlfach tätig ist und fügt an: „Gleichzeitig kann er in Echtzeit zuschauen, wie sich sein eigener Körper nach dem Rauchstop erholt. Dazu gibt es wissenschaftlich untermauerten Rat, welche Strategien die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen und die Zunahme von Gewicht verhindern.“

Perspektive für den Klinikalltag?

„In deutschen Unikliniken – aber auch im Ausland – wird sich oft keine Zeit für Tabakentwöhnung genommen, obwohl es bei vielen Erkrankungen, wie zum Beispiel dem Herzinfarkt, der wichtigste Faktor für die Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit ist.“, so Brinker. Gründe keinen Entwöhnungsversuch am Patienten zu starten gibt es viele, unter anderem auch eine nicht vorhandene Ausbildung, ein sehr häufiger Grund ist jedoch Motivation und Zeit – die fehlt den gestressten Klinikärzten oft. „Die leitliniengerechte Entwöhnung durch den Arzt sollte an erster Stelle bei der Therapie stehen. Ist hierzu nicht die Zeit oder Bereitschaft da, empfehle ich den Ärzten in diesen Situationen einfach individualisiert die kostenlosen Apps zu empfehlen – das dauert nur wenige Sekunden.“

Zuspruch aus Harvard

Beeindruckt von dem Konzept des jungen Kollegen zeigte sich auch Dr. Anne Fuhlbrigge, MD, Klinikdirektorin der Pulmologie am Harvard Medical School Teaching Hospital Brigham and Women’s, der Brinker die App schon in der Testphase vorstellen konnte: „I think it is a great idea to show the patient the individual benefits of quitting via a smartphone application while closely following-up with mobile alerts which remind the quitter of his/her goal and achievements.“

Laden Sie sich jetzt die App kostenlos auf Ihr iPhone/Android oder empfehlen Sie Smokerstop Ihren rauchenden Freunden weiter!

Screenshots der App können hier angeschaut werden: