Aufklärung gegen Tabak e.V. – Gründung in Jena
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Gründung in Jena.

Julia_Holzapfel_Katharina_Schulz_JenaKardiologie, Pneumologie, Onkologie – nahezu jedes Fach des Medizinstudiums unterrichtet über die Folgen des Rauchens. Vielen angehenden Ärzten reicht es jedoch nicht aus, nur zu lernen. Auch die zwei Medizinstudentinnen Katharina Schulz (l.) und Julia Holzapfel (r.) aus Jena wollen da aufklären, wo es noch nicht zu spät ist: In der Schule, bei 10-15 jährigen Jugendlichen. Fest entschlossen haben die beiden Kommilitoninnen vor Ort eine Gruppe ins Leben gerufen, die in den kommenden Monaten erste Klassen besucht.

Es ist traumhaftes Wetter in Jena, der Frühling macht sich bemerkbar. Meine beiden Interviewpartnerinnen Katharina und Julia sind im achten Semester. Trotz den Belastungen durch das Studium – und dem schönen Wetter draussen – wollen die beiden zusätzlich Verantwortung übernehmen. Warum?

Katharina: „Mich hat mein Pflegepraktikum auf der Pneumologie (Lungenerkrankungen) sehr geprägt. Außerdem habe ich viele Freunde, die aufhören wollen, es aber einfach nicht schaffen. Deswegen denke ich, dass frühzeitige Prävention der bessere Weg ist.“

Julia: „In meinem persönlichen Umfeld sind einige Menschen an den Folgen des Rauchens gestorben. Andere leben noch, leiden aber stark unter den Folgeerkrankungen des Rauchens. Auch wenn ich als Medizinstudentin Krankheit gewöhnt bin, so geht mir dies doch sehr nahe.”

Stichwort Patienten: Julia, was hast du schon durch das Studium erleben müssen?

Julia: „Im vorklinischen Abschnitt habe ich mein Pflegepraktikum ebenfalls in der Pneumologie gemacht und jeden Tag mit Lungenkrebspatienten zu tun gehabt, denen es richtig schlecht ging, die zum Teil aber immernoch zum Rauchen in den Hof gingen, sofern sie es noch konnten. Und Krankenschwestern, die diese Menschen pflegten und das schreckliche Ausmaß der Folgen sahen und trotzdem Raucherpause machten. Oder aber man läuft durch den Park und sieht Mütter oder gar Schwangere, die – ungeachtet ihrer Kinder – eine Zigarette nach der anderen rauchen. Das alles macht mich einfach nur traurig und ich kann es nicht verstehen. Aber hast du schonmal mit einem Raucher über das Rauchen diskutiert? Argumente bringen da oft gar nichts, stattdessen bekommt man Antworten wie: “Ich kann ja auch vom Bus überfahren werden statt am Rauchen zu sterben.” All diese Beispiele zeigen einfach sehr eindrucksvoll, dass es sehr schwer ist, einen süchtigen Menschen mit logischen Argumenten zu erreichen.
Deshalb finde ich auch das Projekt so toll: Es setzt da an, wo noch nicht mit dem Rauchen begonnen wurde und klärt frühzeitig differenziert über das Rauchen auf. Das ist meiner Meinung nach genau der richtige Ansatzpunkt! Und wenn ich damit dazu beitragen kann, dass weniger Leute von den Folgen des Rauchens betroffen sind, dann ist das doch eine super Sache.“

Julia und Katharina, vielen Dank für eure Antworten und viel Erfolg bei eurem Start in Jena!

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