Neue Gruppe an der Medizinfakultät Rostock: Interview mit Gründerin Jennifer Christin Schulz

Rostock, Ostsee. Medizinstudentin Jennifer Schulz (20) hat bereits am AGT Geburtsstandort Gießen zwei Semester Zahnmedizin studiert. Nun musste sie nach Rostock wechseln, um ihren Traumstudiengang Medizin anzutreten. Ihrer vor drei Tagen neu gegründeten AGT Gruppe in Rostock haben sich bereits über 20 Kommilitonen angeschlossen.

Jennifer, was motiviert dich AGT in Rostock zu gründen?

„Nun, da ich von Gießen nach Rostock gewechselt bin, kannte ich AGT bereits und fand das Projekt super. Da Rostock noch nichts davon mitbekommen hat, habe ich mir kurzerhand gesagt, warum nicht selbst eine Gruppe gründen! Ich habe natürlich auch Erfahrung mit dem Rauchen. Ich war nie aktive Raucherin, weil ich mich schon früh für medizinische Themen interessiert habe und ich deswegen auch beim Thema rauchen eher die medizinischen Aspekte nachgeschlagen habe, statt mich von der Gruppe mitziehen zu lassen. Dadurch fehlte mir immer der Anreiz, damit anzufangen. Das hat mir wohl die Sucht erspart. Ich hoffe, dass es auf die selbe Weise auch anderen Jugendlichen hilft, wenn wir sie aufklären.“

Warum sollten Schüler mehr zu dem Thema wissen?

„Prävention und Aufklärung sind fundamental in der Bekämpfung von Krankheiten. Ich habe mich immer gefragt wie es sein kann, dass wir bereits als Kinder schwimmen lernen oder Fremdsprachen beigebracht bekommen aber uns niemand so richtig über uns selbst, über die Medizin aufklärt. Die Folge ist: Fast jeder kann sich mit Englisch verständigen, aber finde mal einen der versteht, was sein Arzt ihm sagt, oder auf das Rezept schreibt. Die Aufklärung solcher wichtigen Aspekte überlassen wir den Medien, die hauptsächlich auf Gewinn ausgerichtet sind, nicht auf die Gesundheit. Die Kinder sehen ihre Vorbilder aus Film und Fernsehen oder sogar ihre eigene Familie beim rauchen und versuchen ihnen natürlich nachzueifern. Was dabei in ihrem eigenem Körper passiert, erklärt ihnen niemand. Genau da fehlt es eben an Aufklärung. Aber wozu sich beklagen, lieber sich selbst darum kümmern. Immerhin studieren wir auch dafür Medizin, um anderen Menschen in medizinischen Themen zu helfen und aufzuklären und somit Krankheiten und Süchte noch vor Ausbruch zu unterbinden.“

Warum siehst Du grade Medizinstudenten in der Verantwortung?

„Medizinstudenten sind die Ärztegeneration der Zukunft und müssen sich irgendwann sowieso mit diesen Themen befassen. Und ich finde, je früher, desto besser. Außerdem befinden wir uns selbst noch in einer frühen Lebensphase, so dass wir mit den Schülern auf Augenhöhe reden können und sie so vielleicht eher erreichen als ein Professor oder Lehrer.“

Hat ein Medizinstudent auch selber Vorteile, wenn er sich bei AGT engagiert?

„Sicher können auch wir Medizinstudenten viel von diesem Projekt profitieren, da wir lernen wie man Menschen effektiv und vor allem verständlich über komplexe Sachverhalte aufklärt und für die eigene Gesundheit sensibilisiert. Außerdem müssen wir während des Studiums ja auch lernen was mit unserem Körper bei Tabakkonsum passiert und wie Albert Einstein schon sagte: „Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht verstanden.““

Mehr erfahren? Mitarbeiten? www.gegentabak.de/universitaet-rostock

 

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